Experimente für den Alltag: Wie koche ich mit Solar

Allgemeine Information:

 

Kochen mit Solarenergie ist wohl die umweltfreundlichste Art des Kochens, da man hierfür die Kraft der Sonne nutzt. Das Essen wird hierbei nur mithilfe von Sonnenenergie zubereitet. Beim Solarkochen wird die Energie von Sonnenstrahlen genutzt und auf einen Topf gebündelt. Dabei entsteht genügend Hitze, um Lebensmittel damit zu kochen.

 

Um mit Solarenergie zu kochen, braucht man nichts weiter als Sonneneinstrahlung. In Deutschland kommen wir ungefähr 100 bis 150 sonnigen Tage im Jahr und könnten somit Solarkocher an einem Drittel der Tage im Jahr nutzen.

 

Generell gilt, dass etwa ab einer Stunde nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang ist der Solarkocher einsetzbar ist.

 

Im Aufbau sind Solarkocher recht simpel.

Bekannt sind vor allem allem zwei Modelle:

der Reflektorkocher mit Hohlspiegel

und die sogenannte Kochkiste.

 

Für unser Experiment haben wir uns für den Reflektorkocher entschieden, weshalb dieser im nächsten Abschnitt genauer erklärt wird. Mit diesem Experiment erlernen unsere Schülerinnen und Schüler, wie ein Gericht auf diese Weise gekocht wird und was dabei zu beachten ist. Darüber hinaus erfahren Sie welche Vor- und Nachteile das Ganze mit sich bringt.

 

Wie funktioniert ein Reflektorkocher:

 

Der Reflektorkocher nutzt Parabolspiegel, um die Sonneneinstrahlen auf den Kochtopf zu bündeln. Der Behälter sollte mattschwarz sein, so absorbiert er die Sonneneinstrahlung am besten.

Durch das Bündeln der Sonneneinstrahlung können sogar höhere Temperaturen erzielt werden und die Kochzeit fällt relativ gering aus. Allerdings kann man den Kocher ausschließlich bei direkter Sonneneinstrahlung betreiben. Als grober Richtwert gilt, dass es bereits Reflektorkocher ab 1,4 Metern Durchmesser auf eine Leistung von Leistung von ca. 750 Watt bringen. Dabei sind die Kochzeiten ähnlich wie bei einem herkömmlichen Herd. Dies gilt allerdings nur unter optimalen Voraussetzungen. Wie häufig man den Spielgel neu ausrichten muss, hängt von der Brennweite des Spiegels ab.

Je stärker die Krümmung desto häufiger muss man den Spiegel der Sonne nachdrehen.

 

Hinweis:

 

Die gebündelten Strahlen bei Parabolspiegeln sind sehr stark. Blicke deshalb nie direkt in den Brennpunkt, da dies bleibende Schäden auf der Netzhaut hinterlassen kann.

 

Vorüberlegungen:

• Was möchte ich gerne kochen?

• Welche Zutaten benötige ich hierfür?

• Welcher Standort ist geeignet?

 

Das Rezept:

Für das Kochen mit Solar eignen sich besonders One-Pot Rezepte. Für unser Experiment haben wir uns für Pasta entschieden:

One-Pot-Pasta mit Hähnchen & Tomaten

Zutaten für 4 Personen

• 100 g getrocknete Softtomaten

• 500 g Hähnchenfilet

• 1 Zucchini

• 3 Paprikas

• 3 EL Olivenöl

• Salz, Chiliflocken,

• getrockneter Oregano

• 200 g Schlagsahne

• 1 EL Hühnerbrühe

• 400 g kurze Nudeln (z. B. Penne)

• 1⁄2 Bund glatte Petersilie

• 1 Packung (125 g) Mozzarella

 

Zubereitung

1. Tomaten halbieren. Fleisch waschen, trocken tupfen, würfeln.

2. Öl in einer hohen Pfanne erhitzen. Fleisch darin rundherum anbraten. Tomaten, Paprika und Zucchini kurz mitbraten. Mit Salz und je 1 TL Chili und Oregano würzen. Sahne und 1 l Wasser angießen, Brühe einrühren, aufkochen. Nudeln zufügen.

3. Offen bei mittlerer Hitze köcheln. Ab und zu umrühren.

4. Petersilie waschen, hacken. Mozzarella klein würfeln. Zum Ende der Garzeit unterheben. Nochmals abschmecken. Mit Petersilie bestreut anrichten.

Vorteile des Solarkochers:

• kein Ausstoß von Schadstoffe oder CO2-Emissionen (keine Rauchentwicklung)

• kein Einfluss auf die Temperatur der Erdatmosphäre

• ressourcenschonend, da weder Brennstoffe noch Strom benötigt wird

• keine Brennstoffkosten

• Aufbau von Solarkocher ist einfach und schnell

• kein Anbrennen des Essens (Temperaturen unter 200°C)

• Essen wird langsamer und schonender gegart (Vitamine und Nährstoffe bleiben erhalten)

• hilft brennholzarmen Ländern, Energieprobleme zu lösen (vor allem für Entwicklungsländer großes Potenzial)

 

Nachteile des Solarkochers:

• Solarkochen nur bei Sonneneinstrahlung möglich (nur an Sonnentagen und zu bestimmten Zeiten)

• es kann nur im Freien gekocht werden

• längere Garzeiten

• Deckel sollte möglichst geschlossen bleiben, da sonst wertvolle Hitze entweicht

• höhere Temperaturen werden nur schwer erreicht

• zum Umzurühren muss man den Solarkocher zur Schattenseite drehen (Verbrennungsgefahr)

• Solarkocher müssen immer wieder neu ausgerichtet werden

• der Reflektorkocher ermöglicht nur die Nutzung eines Topfs

• Anschaffungskosten sind relativ hoch (es gibt aber auch DIY-Bauanleitungen)

 

Abschlussbemerkung:

Kochen mit Solar ist nicht nur nachhaltig, sondern hat auch viel Freude bereitet. Mit ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl kann man auf diese Weise tolle Gerichte zaubern und da einzig und allein mit Sonnenenergie.